StadtVerführung |
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LEIDENSCHAFT
UND
WAHNSINN
Goethe
und die Medizin
Ein
Leibarzt muss zu allem taugen;
Von
einem garstigen Gesicht mit aufgestoßnem Kinn, einer zerschlagnen
Lippe und einem geschellerten Auge. Von einer
gütig-sorgenden
Natur, die ihren Liebling mit Krankheit anfällt. Von echten
Denkern,
denen man es zwischen den Augbraunen, und im Übergang der Stirn
zur
Nase ansieht.
Von der Sehnsucht nach Italien und einem gebrochenen Herzen. Von zwei Göttern, die alles heilen, langbeinigen Spinnen und Knochen, woran sich alles Leben und alles Menschliche anhängen lässt. Von weisen Seelenärzten, einem psychotherapeutischen Kunststück und einem hochgelahrten Doktor, der seine Kollegen nicht schikaniert. Von peinlich-süßen Zuständen und zwei Unglücklichen, die zum Glück gestorben waren. Von einem Elefanten in der Porzellankiste, Bilsenkraut für heitere Träume, Anleitungen zur Verkürzung des Lebens und heftigen Leidenschaften wie das recht fleißige Trinken von Wein. Von anmutigen Damen, die Laune und Wohlbefinden steigen lassen und dem Beweis der Unsterblichkeit.
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